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Lübecker Nachrichten, 05. März 2016:

13 Millionen Euro, damit Behinderte Berufe finden

Arbeitsagentur investiert viel in die Inklusion – Fachleute: Es werden noch mehr Unternehmen benötigt.

St. Jürgen. 50.000 junge Menschen verlassen bundesweit jedes Jahr die Förderschulen. Schätzungen zufolge nehmen nur sieben Prozent anschließend eine Ausbildung auf, ein Teil steuert in die Berufsvorbereitungskurse und in die Behindertenwerkstätten. Von vielen ist unklar, wo sie bleiben. Inklusion, die in Kitas und Schulen immer mehr die Regel wird, werde in der Berufsausbildung noch stiefmütterlich behandelt, sagen Fachleute. Lübecker Experten hielten jetzt auf einer Veranstaltung der Gemeinnützigen dagegen. Tenor: In Lübeck wird viel getan.

„Wir haben mehr junge Leute mit Handicap“, berichtete Ulrich Hoffmeister, bei der Industrie- und Handelskammer (IHK) für Aus- und Weiterbildung zuständig. „Aber wir haben auch mehr Unternehmer, die bereit sind, diese jungen Leute zu beschäftigen.“ Firmenchefs müssen akzeptieren, dass „nicht gleich die volle Leistung gebracht wird“, sagte Hoffmeister. „Dafür sind diese Arbeitskräfte sehr loyal ihrem Arbeitgeber gegenüber.“ Hoffmeister berichtete von einer Ausbildung vorwiegend junger Männer mit Handicap zu Fahrzeugpflegern. „Das lief wie Bolle, die wurden sofort von den Betrieben übernommen.“

Es gebe „definitiv einen Anstieg von jungen Menschen mit Mehrfachbehinderungen“, bestätigte Markus Dusch, Geschäftsführer der Arbeitsagentur Lübeck. 616 benachteiligte junge Menschen würden sich derzeit mit Hilfe der Arbeitsagentur auf eine Ausbildung vorbereiten, weitere 170 Behinderte (vorwiegend ältere) befinden sich in der Wiedereingliederung. Dusch: „Für diesen speziellen Personenkreis stehen uns 13,5 Millionen Euro in diesem Jahr zur Verfügung.“ Für die Wiedereingliederung von 4.000 Arbeitslosen ohne Behinderung stünden der Agentur acht Millionen Euro zur Verfügung, rechnete Dusch vor. Der Fachkräftemangel helfe dabei, diese Menschen auf dem Arbeitsmarkt unterzubringen. Dusch: „In der Gastronomie, dem Reinigungsgewerbe und beim Garten- und Landschaftsbau haben wir nicht mehr so viele Bewerber.“

Seit über 30 Jahren bildet das Bugenhagen-Berufsbildungswerk mit Standorten in Timmendorfer Strand und Lübeck Jugendliche und junge Erwachsene mit Lernschwierigkeiten oder Behinderungen aus und integriert sie in den Arbeitsmarkt. Der stellvertretende Ausbildungsleiter Jürgen Oldekop präsentierte eine Erfolgsbilanz. „Wir haben eine Vermittlungsquote von 70 Prozent und 96 Prozent schaffen auf Anhieb den Ausbildungsabschluss.“ Der Fachdienst Integra, der für Menschen mit Behinderung Jobs, Lehrstellen und Praktikaplätze besorgt, würde sich über ein größeres Angebot der Wirtschaft freuen. Job-Coach René Gabriel: „Wir brauchen unbedingt noch mehr Betriebe, die sich auf das Wagnis einlassen."

Experten aus Schulen, Industrie und Ausbildungsstätten diskutierten im Kolosseum über Berufschancen behinderter Jugendlicher. (Foto: Roeßler)

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HL-Live, 04. August 2015:

Perspektiven durch "Unterstützte Beschäftigung"

Edmund Dalmeida (21 Jahre) ist immer freundlich und gut gelaunt. Damit bringt er wichtige Voraussetzungen für den Kundenkontakt mit, findet Kay-Alexander Böttcher. Der Glasermeister und Geschäftsführer der Glas Böttcher GmbH in Lübeck hätte ihn gerne in eine Ausbildung übernommen, doch Edmund Dalmeida hat Schwierigkeiten mit der Theorie.

Edmund Dalmeida kann sich schlecht Sachen merken und muss sehr häufig etwas wiederholen. Seinen Hauptschulabschluss hat er zwar geschafft, doch eine Vollausbildung ist für den gebürtigen Ghanaer, der mit neun Jahren nach Deutschland kam, zu schwer.

"Im Rahmen einer berufsvorbereitenden Maßnahme und einer "Unterstützten Beschäftigung", die von uns gefördert wurde, hat Edmund Dalmeida bewiesen, dass er handwerklich geschickt und stets pünktlich ist. Wichtige Eigenschaften mit denen er trotz seiner Lernbehinderung bei Betrieben punkten kann", erklärt Roman Osada, Geschäftsführer für den operativen Bereich in der Lübecker Arbeitsagentur.

"Leider gibt es keine theoriereduzierte Ausbildung im Glaserhandwerk. Gemeinsam mit der Glas Böttcher GmbH haben wir nach Alternativen gesucht", erläutert René Gabriel, Jobcoach bei der integra gGmbH. Seit September 2014 hat der Bildungsträger Edmund Dalmeida intensiv betreut und im Rahmen von Praktika berufliche Perspektiven erschlossen. Integra ist eine gemeinnützige GmbH, die neben dem Integrationsfachdienst auch ergänzende Maßnahmen wie die "Unterstützte Beschäftigung" für Menschen mit einer Beeinträchtigung anbietet, damit sie auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt Fuß fassen können.

"Zum 1. September 2015 übernehmen wir Edmund Dalmeida in eine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung als Helfer. Den überdurchschnittlich hohen Aufwand bei der Einarbeitung unterstützt die Agentur für Arbeit Lübeck mit einem Eingliederungszuschuss. Und wer weiß, vielleicht ergibt sich später doch noch die Möglichkeit für eine eher fachpraktische Ausbildung", ergänzt Kay-Alexander Böttcher, dessen Betrieb mit sechs Mitarbeitern regelmäßig ausbildet.

"Wir würden uns freuen, wenn mehr Betriebe auch schwächeren oder schwerbehinderten Jugendlichen eine Chance geben. Wir beraten Unternehmen gerne über behinderungsbedingte Auswirkungen, technische Arbeitshilfen, Förderung und Begleitung. Lassen auch Sie sich zu den Möglichkeiten beraten", wirbt Osada.

Betriebe aus Lübeck und Ostholstein erreichen Olaf Krackow vom Arbeitgeber-Service der Arbeitsagentur Lübeck unter der 0451/588-773 und die integra gGmbH unter 0451/707 57-0

Edmund Dalmeida (Mitte) zeigt seiner Chefin Brita Lauenroth, dem stellvertretenden Agenturleiter Roman Osada, seinem Chef Kay-Alexander Böttcher und dem Jobcoach René Gabriel wie er ein Fenster kittet. (Foto: Agentur für Arbeit)

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Lübecker Nachrichten, 03. April 2015:

Wie Schwerbehinderten der Arbeitsplatz gerettet wird

80 Integrationsfachberater in Schleswig-Holstein bieten Betrieben ihre Vermittlung an.

Lübeck – André U. ist 31 Jahre alt. Seit elf Jahren ist er beim Medizingeräte-Fachhändler Hesto-Med in Stockelsdorf (Ostholstein) beschäftigt. Als Außendienstmitarbeiter war er in Norddeutschland ständig auf Achse. Ein ganzes Arbeitsleben sollte noch vor ihm liegen. Jung, fit, dynamisch – so wie deutsche Unternehmen sich ihre Arbeitnehmer wünschen. Doch vor fünf Jahren hat sich das Leben von U. schlagartig verändert. Damals wurde Multiple Sklerose (MS) bei dem Lübecker diagnostiziert. Eine tückische Krankheit.

Es begann mit einzelnen Schüben. Auf seinen Serviceeinsätzen zu Rettungsdiensten, denen Hesto-Med hauptsächlich Defibrillatoren verkauft, konnte André U. irgendwann nur noch als zweiter Mann auf dem Beifahrersitz Platz nehmen. Aber sein gesundheitlicher Zustand verschlechterte sich noch einmal vor zwei Jahren deutlich. Der Lübecker bekam Angst um seinen Job. „Mich nimmt doch keiner mehr“, erinnert er sich im Rückblick an seine Gedanken. Seine Firma aber hielt zu ihm. Sie versetzte ihn in die Werkstatt, wo U. weiterhin für Wartung und Reparaturen der Medizingeräte zuständig war. „Wir wollten nicht auf ihn verzichten“, sagt Sven Larsen, Vertriebsleiter bei Hesto-Med Nord. Der Betriebsrat machte die Firma auf die Einrichtung der Integrationsfachdienste aufmerksam. Sie sind das entscheidende Scharnier zwischen dem schwerbehinderten Beschäftigtem und seinem Arbeitgeber.

15 Integrationsfachdienste (IFD) mit 80 Mitarbeitern gibt es in Schleswig-Holstein. Von Schwarzenbek über Lübeck bis Flensburg. Bis auf einen unter Regie der Arbeiterwohlfahrt fungieren sie alle unter dem Dach des „Paritätischen“. Ihre wertvolle Arbeit geschieht überwiegend im Verborgenen, aus gutem Grund in einem geschützten Bereich. Viele Arbeitgeber scheuen sich, Menschen mit Beeinträchtigungen einzustellen, berichtet Angela Ulrich, Leiterin des Arbeitskreises IFD. Zu teuer und kaum kündbar, das seien gängige Argumente. Arbeitgeber wüssten leider oftmals nicht um die Hilfestellung, die man ihnen bieten kann. Auch für Arbeitnehmer sei es viel einfacher, ein bestehendes Arbeitsverhältnis zu retten als ein neues zu finden. Firmen ihrerseits verzichten ungern auf verdiente Mitarbeiter. Aus der Erfahrung von Volkmar Kuhnt, Integrationsfachberater von André U., sind es gerade kleinere Betriebe, die eher bemüht sind, ihre Mitarbeiter zu halten. Insofern sei der Fall von André U. exemplarisch.

Um mehr als 1200 Menschen kümmern sich die die Integrationsfachdienste in Schleswig-Holstein jedes Jahr. Die Klientel reicht vom Fabrikhelfer bis zum Oberarzt. In mehr als zwei Drittel aller Fälle könnte der Arbeitnehmer in seinem Unternehmen weiterarbeiten. Eine körperliche oder psychische Erkrankung bis hin zur Behinderung und Berufsunfähigkeit hatte die Betroffenen zuvor aus ihrer vollen Leistungsfähigkeit gerissen. Die Integrationsfachberater vermitteln, moderieren, beraten. „Wir leisten Hilfe in einem Dschungel von Bestimmungen“, beschreibt Angela Ulrich die Tätigkeit.

Finanziert werden die Integrationsdienste aus dem Topf der Ausgleichabgaben, die Betriebe zahlen müssen, die nicht die vorgeschriebene Quote an Behinderten beschäftigen. In Schleswig-Holstein arbeiten knapp 20000 schwerbehinderte Beschäftige in normalen Betrieben mit regulären Arbeitsvertrag. Auch das ist ein Verdienst der Integrationsfachdienste. „Ihre Arbeit hat einen riesigen, gesellschaftspolitischen Effekt, sagt Jan Dreckmann, Sprecher des „Paritätischen“ Schleswig-Holstein.

Gemeinsam eine Lösung gefunden (v.l.): André U., Integrationsfachberater Volkmar Kuhnt und Hesto-Med-Prokurist Sven Larsen. (Bild: Lübecker Nachrichten)

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Offener Kanal Lübeck, 26. November 2013:

TeilnehmerInnen der Unterstützten Beschäftigung stellen sich und ihre Arbeit vor:

Im Oktober 2013 trafen sich 22 Teilnehmer/ -innen der Maßnahme Unterstützte Beschäftigung, um eine Radiosendung im Offenen Kanal Lübeck zu produzieren.

Es wurden Interviews an verschiedenen Orten in Lübeck durchgeführt, wo die TeilnehmerInnen der Unterstützten Beschäftigung ihr Praktikum absolvieren oder bereits eine feste Anstellung gefunden haben, z.B. die Zippendorfer Bäckerei, die Piratenkombüse, das Zentrallabor Lübeck und die Schulkantine des Carl-Jakob-Burkhard-Gymnasiums. Außerdem wurde ein Interview mit Frau Göllnitz von der Arbeitsagentur geführt. Auch die Geschäftsführerin von integra, Frau Ulrich, wurde zu der Reha-Maßnahme befragt.

Durch dieses Projekt wurde die Kommunikationsfähigkeit geübt und die Teilnehmer bekamen einen Eindruck davon, wie eine Radiosendung produziert wird.

Die Interviews wurden im Offenen Kanal  bearbeitet und fertig gestellt. Die Sendung war beim OK Lübeck (Frequenz 98,8) am Do. 21.11. um 17:00 Uhr zu hören.

Das Radioteam von links nach rechts: Franziska Friedrich, René Gabriel (Projektleiter), André Finger, Jean Hinz (Bild: integra)

Sendung verpasst? Hier können Sie den Beitrag anhören:

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